Kurz und Zackig

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Eine Auswahl von Kurzgeschichten

       
  Landgang in Kiel Piraten  
  Arbeitsstunden Disziplin  
  Marine Bowle Wettbüro  
  Sparschwein Navigation  

 

       

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Landgang in Kiel.

 

Besuch im Lokal "Seeteufel". Knobeln mit irgendwelchen zwielichtigen Typen. Ich hatte eigentlich ganz schön Dusel bei der ganzen Sache, es hätte auch anders kommen können. Das Schlechte an dem Abend war nur, eine Stunde zu spät auf dem Dampfer angekommen. Bei der nächsten Musterung war ein Verweis fällig. Von nun an war ich vorbestraft und wurde von dem Rest der Besatzung erst richtig anerkannt. Das war nicht selbstverständlich, für einen Funktionär aus der 3. Division.

 
 
 
 

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Arbeitsstunden

 

Als Disziplinarerziehung wurde eine Strafe von "Verrichtung von 6 Arbeitsstunden" ausgesprochen. Das traf mich natürlich sehr hart, weil es sich dabei um "Verfügung Schmadding" handelte. Dann war meistens Säuberung der Kutter auf dem Dienstplan. Da stand ich nun im Kutter und sollte die Bilsch sauber machen. Wir lagen am Bontekai in Wilhelmshaven. Das Wetter war wie im Bilderbuch, Sonne pur. Dann eine kleine Unachtsamkeit und ein Riemen fiel mir in das Wasser. Über Oberdeck schallte es: "Die Freiwache heraustreten, klar bei Bootshaken." Ruck zuck hatten die Kameraden den Riemen wieder an Bord, da fiel mir schon der zweite aus dem Kutter. Wenn auch alle ein wenig Absicht unterstellten, ich kann von mir aus sagen, es war wohl eine Verkettung unglücklicher Umstände, die bewirkten, daß mir das gleiche Unglück zwei mal hintereinander geschah. Auch den zweiten Riemen haben die Kameraden mit Bravur aus dem Bach gefischt. Der Schmadding stand auf dem Oberdeck und schrie wie ein Tier." Schickt nur den verrückten Funker weg!" Ich konnte nur antworten: "Jawoll -  Herr Hauptbootsmann!" -  "Mann, hau bloß ab!" Und weg war ich. Schnelle 6 Arbeitsstunden waren das.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Marine - Bowle

 

Im Heizerdeck ging es immer hoch her. Heute war ein Tag, an dem es eine Bowle geben sollte. Ich hatte ganz gute Beziehungen zu den Schwarzfüßen und war in ihrem Deck willkommen. Nun die Zubereitung der Bowle. Es wurde aus der Kombüse ein sauberer leerer 10 Liter  Eimer besorgt. Aus der Lebensmittellast zwei Dosen Mischobst. Das Mischobst wurde in den Eimer geschüttet und mit zwei Flaschen Sekt aufgefüllt. Wenn nun die trinkberechtigten Kameraden zu der Fete kamen, brachte jeder seine angebrochene Buddel mit. So kam denn Wodka mit Korn, Whiskey mit Weinbrand und Kognak mit Likör in einen Topf. Das Gebräu hatte einen unbeschreiblichen Geschmack. Natürlich hatte es auch eine unbeschreibliche Wirkung. Getrunken wurde aus Tassen, die auch zum Frühstück benutzt wurden. Damit man auch ein wenig von den Früchten mit in die Tasse bekam, mußte man schon mit dem Unterarm in das Getränk eintauchen und über den Eimerboden schöpfen. Nach zwei Tassen ging man dann an Land. Man brachte auch nicht mehr viel Geld für den Abend, denn viel wurde nicht mehr getrunken, das wurde schon mit der Seemannsbowle erledigt. War echt lecker.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Sparschwein

 

Um nicht ganz in den Sumpf abzurutschen gab es in unserem Deck ein Sparschwein, das immer dann gefüttert werden mußte, wenn ein unanständiges Wort ausgesprochen wurde. Zum Beispiel   Arsch = 50 Pfennig  doof= 10 Pfennig. So staffelten sich die Worte und natürlich auch bei Begebenheiten, die die Allgemeinheit betrafen. Nach erhöhtem Alkoholgenuß in's Deck kotzen  5.00 DM  -  nicht selber wieder aufgewischt  noch einmal  5.00 DM. So kam denn schon eine beträchtliche Summe zusammen. Es kommt für ein Schwein natürlich die Zeit des Schlachtens. Bei unserem Sparschwein war es so weit, als nichts mehr hineinging. Das gesamte Deck ging also an einem Abend auf Tour. Immer wurde die Zeche aus dem Schwein bezahlt. Wer aussteigen wollte, konnte das immer und zu jeder Zeit tun. Steigt einer aus, der gerade das Schwein verwaltete, mußte er das Tierchen an den nächsten Kameraden weitergeben. So kam es dann, wie es kommen mußte, die beiden letzten der Truppe waren Töm Holländer und ich. Die Zeit zur Heimkehr kam, Töm ging wie es sich gehörte an Bord zurück, ich blieb mit dem Schwein. Das Ende vom Lied - Strenger Verweis für "Über den Zappen hauen". War aber noch ein schöner Abend mit dem Schwein.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Piraten

 

Anfrage der Stammdienststelle der Marine: "Handelt es sich bei der Einheit "Tender Elbe" um eine Bootseinheit der Deutschen Bundes-Marine, oder um ein Piratenschiff ?"

(Diese Frage ergab sich aus dem Durchschnitt der Disziplinarstrafen pro Besatzungsmitglied von 4,2 D.-Strafen)

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Disziplin

 
 
 
 
 
 
 
 

"Gefr. Honings, Ihre fachlichen Leistungen in allen Ehren, aber Ihre disziplinäre Erziehung bereitet mir langsam Schwierigkeiten!"

 

Ausspruch des Kommandanten nach der Anhörung zur Vergabe von Arbeitsstunden

 
 
 
 
 
 
 

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Wettbüro

 
 
 
 

Auflauf an der Wache! Alles fragt sich, was da los ist. Dann geht die Information über das Dienstausscheiden von HG. Lange in Sekundenschnelle über Bord. HG. Lange ging also tatsächlich zur MUS. Das war ein ganz normaler Vorgang. Bei HG. Lange aber war das schon das dritte mal. Die Wetten wurden nun abgeschlossen, wann er denn wieder auf dem Tender auftauchen würde. Lange Rede, kurzer Sinn. Unser HG. Lange war nach drei Wochen wieder da. Es fehlten nur zwei Tage, dann hätte er seinen eigenen Rekord gebrochen. Wenn man natürlich weiß, daß der Spitzname von HG. Lange  - Hempel -  war, dann weiß man schon warum er immer vorzeitig zurück kam. Er sah immer aus, wie bei Hempels unter dem Sofa. Daher war die Besatzung immer erstaunt, wenn Hempel in einer tadellosen ersten Geige von Bord ging, dann war etwas ungewöhnliches im Anmarsch. So wie die MUS. Na ja, in einem halben Jahr kommt bestimmt noch eine erneute Gelegenheit den HG. abzulegen.

 
 
 
 
 
 

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Navigation
 
"Wenn die Koordinaten stimmen, stehen sie mitten im Vatikan"
 

Funkspruch im Manöver "Botany Bay"

 
 
 
 
 
 
 
 

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